"Frauen mit rechtsextremer Gesinnung drängen vermehrt in pädagogische Berufe, sagt der NDR-Journalist Andreas Speit. Die NPD habe das erkannt und rufe rechte Frauen ausdrücklich dazu auf, Lehrerin oder Kindergärtnerin zu werden.
Sandra Pfister: Zunächst galt sie als Betthäschen in einer rechtsextremen Ménage à trois - allmählich wird klar, Beate Zschäpe war keineswegs nur die Muse der Zwickauer Terrorzelle, sondern mit ihr hat der Rechtsextremismus in Deutschland zum ersten Mal ein weibliches Gesicht bekommen. Das Gewalttätige aber, das versuchen die Rechten in der Selbstdarstellung eher den Männern zu überlassen. Frauen sind eher fürs Mutterhafte und Soziale zuständig, und deshalb sind sie oft auch dafür da, rechtsextremes Gedankengut in Bildungseinrichtungen und Kinderköpfe zu transportieren. Die Journalisten Andrea Röpke und Andreas Speit haben über Frauen in der Neonazi-Szene ein Buch geschrieben, es heißt "Mädelssache" und ist im Sommer erschienen. Guten Tag, Herr Speit!
Andreas Speit: Schönen guten Tag!
Pfister: Herr Speit, die rechte Sache, die ist auch eine Mädelssache, wie Sie schreiben. Nun gab es ja schon immer Anhaltspunkte, dass Neonazifrauen sich gerne im Nachhilfemarkt tummeln, also quasi so eine vermeintlich softe Schiene der Infiltration wählen - welches Ausmaß hat das denn?
Speit: Da müssen wir wirklich sehr vorsichtig sein. Die NPD und gerade ihre Frauen propagieren das ganz oft und sehr schnell und stellen das auch meistens sehr schnell ins Internet, aber muss eben schauen, ob die Projekte auch wirklich umgesetzt werden. Hier und da hat es das bundesweit gegeben, vor allem erleben wir aber etwas anderes, dass Frauen ganz bewusst versuchen, ihre eigenen Kinder mehr und mehr, sag ich mal, dem staatlichen Erziehungsmonopol zu entziehen, um quasi ihre Kinder im rechtsextremen bis im nationalsozialistischen Geiste zu erziehen. ..."
Quelle / gesamter Artikel: Deutschlandfunk
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